Preistraeger 2026 – Michael Souvignier

Preisträger des Carl Laemmle Produzentenpreises 2026
Michael Souvignier

Neben anfänglichen Regiearbeiten für non-fiktionale TV-Formate (z. B. „Talk im Turm“) und Werbespots wandte sich Michael Souvignier immer mehr der Arbeit als Produzent zu. 1985 gründete er die Produktionsfirma Zeitsprung Pictures, die er bis heute als Gesellschafter, Geschäftsführer und Produzent leitet. Mit Fernsehfilmen wie „Die Mädchenfalle – Der Tod kommt online“ etablierte er Zeitsprung Pictures am deutschen Film- und TV-Markt. Ein besonderer Erfolg gelang ihm mit dem Sat.1-Zweiteiler „Das Wunder von Lengede“, der insgesamt 11 Millionen Zuschauern eine der erfolgreichsten Event-Produktionen im deutschen Fernsehen war. Für mediales Aufsehen sorgte der Film „Contergan“ über die Auswirkungen des in den 1960er Jahren verbreiteten Schlafmittels, dessen Ausstrahlung durch eine einstweilige Verfügung verhindert wurde. Der folgende Rechtsstreit führte im Ergebnis nicht nur zu einem mehrfach preisgekrönten Film und hervorragenden Zuschauerquoten, sondern löste in der ARD eine Themenwoche mit Talkshows und Dokumentationen aus. 2010 wurde Michael Souvignier mit dem Grimme Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2022 gewann er für die Produktion von Andreas Kleinerts Filmbiografie „Lieber Thomas“ den Deutschen Filmpreis. Zu der über 40-jährigen Erfolgsgeschichte der Zeitsprung Pictures zählen zudem internationale Streamingproduktionen wie „Kleo“ (2022, 2024) und international erfolgreiche Kinohits wie der „Der Medicus 2“ (2025).

Jurybegründung zur Auszeichnung:
Die Jury hat sich einstimmig und in kürzester Zeit für Michael Souvignier als Preisträger für den diesjährigen Carl Laemmle Produzenten Preises entschieden. Denn es handelt sich um einen Preisträger mit einem klaren politischen Profil, mit einem starken Standing und mit einem enormen Durchhaltevermögen über eine lange Zeit. Im Laufe von mehr als 40 Jahren produzentischen Schaffens hat Michael Souvignier ein außergewöhnlich breites und konsequentes Werk herausgebracht, wofür er nahezu jede filmische Form genutzt hat: Spielfilme, Dokumentarfilme, Serien – für Kino und für Fernsehen. Dabei war er mit seinen Themen fast immer auf der Höhe der Zeit, nein, weit mehr, er hat sich aktiv eingemischt in politisches oder wirtschaftliches Unrechtjeder Art. Denn seine Projekte folgen seinem persönlichen journalistischen Anspruch. Oft griff er mit hoher Risikobereitschaft politisch brisante Fälle oder Skandale auf, die er nach gründlicher Recherche mit Spielfilmelementen emotional anreicherte. Dazu meinte Michael Souvignier in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26.10.2013: 'Ohne diese Emotionalisierung könnten wir den Zuschauern die komplexen Zusammenhänge und Fragen nicht zumuten, die der Skandal aufwirft.' Auch in seine Fiction-Projekte investiert er oft jahrelange Recherchen. Michael Souvigniers Gesamtwerk steht exemplarisch für eine Produzentenhaltung, die auf inhaltliche Überzeugung und Eigenverantwortung setzt. Unabhängig von Senderstrukturen oder Konzernen geht er dabei bei seinen Projekten er sehr häufig ein großes unternehmerisches Risiko ein. In einer Zeit, in der die Frage nach der Motivation und Relevanz von Filmproduktionen zunehmend an Bedeutung gewinnt, überzeugt diese Produzentenpersönlichkeit durch eine klare politische Vision und die konsequente Umsetzung seiner politischen  Haltung in unterschiedlichsten Filmformen.